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Referent
Georg Seidl
eco2fish Georg Seidl studierte Kulturtechnik und Wasserwirtschaft sowie Wasserwirtschaft und Umwelt an der Universität für Bodenkultur Wien und promovierte an der Technischen Universität Graz. Nach vier Jahren Berufserfahrung als Planer im Bereich Kleinwasserkraft gründete er 2015 das Ingenieurbüro flusslauf, dessen Tätigkeitsschwerpunkt auf ökologischen Fragestellungen im Bereich der Wasserkraft liegt. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Entwicklung und Optimierung von Lösungen zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit von Fließgewässern. Für die Entwicklung des Modifizierten Denilpasses wurde er 2019 mit dem Staatspreis Ingenieurconsulting ausgezeichnet.
Beschreibung
Die Zielsetzung der Versuchsanlage bestand darin unter Feldbedingungen
neue Erkenntnisse zur Funktionsweise und biologischen Passierbarkeit
des Modifizierten Denilpasses zu gewinnen und insbesondere die Passage
großer Äschen zu untersuchen. Da die konkrete Versuchsanordnung in
dieser Form erstmals umgesetzt wurde, lag keine erprobte Blaupause für
das optimale Setup vor.
Im Zuge des Monitorings zeigte sich, dass die auf Kragarmen befestigte
Anlage niederfrequente Schwingungen aufwies, deren Ausmaß und biologische Relevanz im Vorfeld nicht erkennbar waren. Durch konstruktive
Anpassungen konnten diese deutlich, jedoch nicht vollständig reduziert
werden. Die Monitoringdaten weisen auf artspezifische Reaktionen hin und
stützen die in der Literatur beschriebene Beobachtung, dass insbesondere Salmoniden auf niederfrequente Schwingungen mit Meideverhalten
reagieren. Während die Aufstiegszahlen der Salmoniden deutlich unter
den Erwartungen blieben, wurden Cypriniden – wie Aitel und Strömer – im
Verhältnis zu ihrem Vorkommen im Unterwasser überproportional häufig
detektiert.
Ungeachtet dieser versuchsbedingten Einschränkungen konnte das zentrale
Untersuchungsziel erreicht und die Passage großer Äschen durch den Modifizierten Denilpass nachgewiesen werden.