Akzeptanz von Kleinwasserkraft auf stabilem Niveau

Die Akzeptanz von Kleinwasserkraftwerken hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert und bleibt weiterhin bei 69%.

Wie in den Jahren zuvor erschien auch 2026 die von Deloitte, der Uni Graz und Wien Energie durchgeführte Studie „Erneuerbare Energien in Österreich“. Bei der Studie handelt es sich um ein Stimmungsbarometer, das seit 2015 verschiedene Aspekte rund um den Ausbau Erneuerbarer Energien, aber auch Elektromobilität, Energie- und Klimapolitik und Klimawandel abbildet. Eine repräsentative Auswahl von 1.000 Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren wurden im November und Dezember 2025 befragt.

Zustimmung zu Erneuerbaren Energieträgern
Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen und langwierigen Verfahren ist die Zustimmung der lokalen Bevölkerung bei der Umsetzung neuer Erneuerbaren-Projekte zentral. Damit beschäftigt sich auch eine Frage der Studie. Die Teilnehmenden wurden gefragt, welchem erneuerbaren Energieprojekt in (der Nähe) der Gemeinde sie (eher) zustimmen würden. Die nachfolgende Abbildung illustriert die jeweilige Zustimmung zu Wind,- PV- und Kleinwasserkraftprojekten.

Entnommen aus: Erneuerbare Energie in Österreich 2026 – Das jährliche Stimmungsbarometer der österreichischen Bevölkerung zu erneuerbaren Energien; Universität Graz, Deloitte Österreich, Wien Energie; Februar 2026

Während die Zustimmung zu PV- und Windkraftanlagen im Vergleich zum Vorjahr jeweils gesunken ist, bleibt die Zustimmung zu Kleinwasserkraftprojekten konstant bei 69%. Vergleich man diesen Prozentsatz allerdings mit den Zahlen seit Beginn der Befragung im Jahr 2015, zeichnet sich ein anderes Bild. Sowohl 2024 als auch 2025 ist der Wert von 69% auf einem Allzeittief. Seit 2015 lagen die Zustimmungswerte zu einem Kleinwasserkraft-Projekt in der Nähe der eigenen Gemeinde stets über 70%, mit einem Peak im Jahr 2022.

Bei PV- und Windkraft-Projekten haben sich die Umfragewerte im Vergleich zum Vorjahr um 2 bzw. 1 Prozentpunkte verschlechtert und liegen auf einem Allzeit-Tief.

Die zweite Frage, die sich mit der Zustimmung auseinandersetzt, ist die nach dem Ausbau von Erneuerbaren allgemein, sprich: irgendwo in Österreich, um die Stromversorgung zu sichern.

Entnommen aus: Erneuerbare Energie in Österreich 2026 – Das jährliche Stimmungsbarometer der österreichischen Bevölkerung zu erneuerbaren Energien; Universität Graz, Deloitte Österreich, Wien Energie; Februar 2026

An erster Stelle steht hier Photovoltaik auf Dachflächen und Fassaden – 67% der Befragten stimmten zu, dass sie ausgebaut werden soll. Kleinwasserkraftwerke sind hier mit 52% auf dem zweiten Platz. Verglichen mit dem Vorjahr ist hier jeweils ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Windkraft liegt auf Platz 3 mit 48%.

Bürgerbeteiligung

Die Energiewende kann nur dann ein Erfolg werden, wenn sie von möglichst vielen Personen mitgetragen wird und wenn sich viele Personen auch aktiv daran beteiligen:  Immerhin mehr als ein Drittel der Befragten zeigt ein Interesse an der finanziellen Beteiligung an Bürgerprojekten zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Auch die Teilnahmen an Energiegemeinschaften ist hier zentral. Während 2024 noch 10% der Befragten an einer EG beteiligt waren, sind es 2025 schon 15%. Knapp jeder zweite (46%) kann sich vorstellen, sich an einer EG zu beteiligen.

Klima- und Energiepolitik

Auch die Zustimmung zu klimapolitischen Zielen wurde erhoben. Etwas mehr als jeder Zweite (58% der Befragten) gaben an, der Meinung zu sein, dass in Österreich der Ausbau erneuerbarer Energietechnologien weiter beschleunigt werden sollte, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern weiter zu reduzieren. Im Jahr davor lag die Zustimmung zu dieser Aussage noch bei 63%!

Auch die Befürwortung des Ziels der Klimaneutralität Österreich bis 2040 sank von 50% auf 47%.

Als die Befragung durchgeführt wurde, waren die Verhandlungen zum ElWG noch in vollem Gange. Entsprechend wurde, – wenn auch leider nur für die PV und Privatpersonen – die Meinung zu zusätzlichen Kosten, Stichwort Einspeiseentgelte, erhoben. Immerhin 65% der Befragten waren der Meinung, dass private Photovoltaikanlagen-Besitzer*innen nicht durch zusätzliche Kosten belastet werden sollten, um den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien nicht zu gefährden.

Fazit

Die Akzeptanz zur Energiewende ist einer der zentralen Hebel, um dieselbe auch umsetzen zu können: sind Personen gegen Technologien und einzelne Projekte, erschwert das die Umsetzung enorm. Betrachtet man die durchschnittliche Zustimmung zu erneuerbaren Energieprojekten in der Nähe der eigenen Gemeinde, ist sie mit 69% eigentlich hoch. Man könnte meinen „Weit mehr als jeder zweite“ – oder „Fast 70%!“. Anders gesagt: Ein Drittel der Befragten sprachen sich dagegen aus, und die Zustimmung befindet sich seit letztem Jahr auf einem Tiefststand seit 2015.

Es bleibt also noch einiges an Öffentlichkeits- und Überzeugungsarbeit zu leisten – ist der Ausbau der Erneuerbaren doch nicht nur der Schlüssel zu einer grünen Zukunft, sondern auch Konjunkturmotor!

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