Das EY Klimaschutz Barometer 2026 untersucht die Einstellungen, Sorgen und das Bewusstsein der österreichischen Bevölkerung zu Klimawandel, Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Für die aktuelle Studie wurden mitten in der sommerlichen Hitzeperiode, zwischen dem 12. und 19. August 2026, insgesamt 1.000 Personen, zwischen 16 und 79 Jahren befragt.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Erwartungen an die Politik und verdeutlichen den Handlungsbedarf bei der Absicherung unserer zukünftigen Energieversorgung. Denn gerade in Zeiten von Hitze und Trockenheit steht auch die heimische Kleinwasserkraft vor enormen Herausforderungen, während sie gleichzeitig als Rückgrat für ein krisenfestes Stromnetz dringend gebraucht wird.

84% halten den Klimawandel für real. Die wissenschaftliche Literatur, sämtliche Daten und Messungen zeigen klar und deutlich den Zusammenhang zwischen Emissionsausstoß und Erderwärmung. Trotz dessen und dem Umstand, dass besonders in den letzten Monaten die Durchschnittstemperaturen merklich überschritten wurden halten immer noch 10% der Österreicher*innen den Klimawandel für nicht real, während 6% der Befragten in dieser Frage unentschlossen sind.
Während mehr als die Hälfte der Befragten, den Klimawandel hauptsächlich auf menschliches Handeln zurückführt, sagen 38%, dass es sich um eine Kombination aus menschlichen und natürlichen Einflüssen handelt. 6% sagen der Klimawandel sei überwiegend natürlich bedingt.
Drei Viertel derer, die den Klimawandel für real halten machen sich dabei Sorgen über die möglichen Folgen für Österreich. Dabei machen sich Frauen (77%), 16- bis 29-jährige (80%), Wiener*innen (78%) und Befragte mit Matura (80%) verstärkt Sorgen. 79% dieser Gruppe erwarten dabei starke oder sehr starke Auswirkungen des Klimawandels auf Österreich in den nächsten zehn Jahren. Nur 1% der Befragten glauben, dass der Klimawandel keine starken Auswirkungen auf Österreich haben wird.

Prioritäten des Klimawandels
Viele Österreicher*innen sind zwar besorgt über den Klimawandel und dessen Auswirkungen, aber dennoch erreicht Klima- und Umweltschutz, neben anderen politischen Anliegen, nur Platz 5 der wichtigsten Themen. Bei knapp einem Drittel der Befragten gehört Klima- und Umweltschutz zu den drei wichtigsten Anliegen. Eine höhere Priorität nehmen dabei die Bekämpfung von Teuerung und Inflation (51%), der Ausbau des Gesundheits- und Pflegesystems (43%), die Reduktion von Zuwanderung (40%) und leistbares Wohnen (33%) ein.
Gerade bei der Bekämpfung von Inflation und Teuerung bringt regionale, erneuerbare Energie einen langfristigen Schutz vor den unberechenbaren Preissprüngen fossiler Energieimporte. Auf diese Weise kommt der Ausbau und die Revitalisierung von Kleinwasserkraftwerken direkt der Bevölkerung zugute, indem so für bezahlbare und stabile Energiepreise gesorgt werden kann.
Große Sorgen wegen Dürre
Die wohl größte Angst der Österreicher*innen ist die Gefahr von Dürre und Wasserknappheit. Drei Viertel der Befragten sind deswegen besorgt. 63% wegen extremer Hitze und jeweils 49% wegen Waldbränden und steigenden Lebenserhaltungskosten infolge klimabedingter Entwicklungen.
Dürre und Wasserknappheit führen bereits jetzt dazu, dass die Jahresproduktion vieler österreichischerKleinwasserkraftwerke spürbar sinkt. Dies ist unter anderem für die Betreiber*innen eine große Herausforderung.
Politik stark in der Verantwortung
44% der Befragten sehen die Verantwortung für den Klima- und Umweltschutz bei der Politik, 24% bei den Unternehmen, 21% bei der Bevölkerung selbst und die restlichen 11% bei Internationalen Organisationen.

Fast drei Viertel der Befragten finden, dass Klima- und Umweltschutz in Zukunft eine höhere Priorität haben sollte. 22% sind nicht dieser Meinung. 4% sind sich nicht sicher.
Die Bevölkerung hat dabei konkrete Erwartungen. 59% halten die Anpassung der Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels für eine zentrale Maßnahme. Ungefähr die Hälfte spricht sich für eine starke Förderung erneuerbarer Energien, bei Unternehmen und Haushalten, aus. Knapp jeweils die Hälfte fordern klare und langfristig planbare Rahmenbedingungen für Unternehmen sowie stärkere Unterstützung für Bürger*innen.
Hier erkennt man erneut die Bedeutung der Kleinwasserkraft. Im Falle eines Blackouts können Kleinwasserkraftwerke. Der Wunsch der Bevölkerung nach einem Stromsystem, das gänzlich auf Erneuerbaren basiert, kann nur mithilfe einer starken Kleinwasserkraft realisiert werden. Neben der Bereitstellung von Grundlast ist sie auch im Falle eines Blackouts wichtig, da sie ohne externe Energiezufuhr das Stromnetz wieder hochfahren kann. Kleinwasserkraft bildet damit ein wichtiges Rückgrat für die von der Bevölkerung gewünschte, krisenfeste Infrastruktur.
Fazit
Trotz des hohen Bewusstseins für den Klimawandel und den Sorgen über die künftigen Folgen und Auswirkungen auf Österreich konzentriert sich die Politik momentan verstärkt auf akute Alltagssorgen und aktuelle Herausforderungen wie Inflation und das Gesundheitssystem. Dennoch sehen viele der Österreicher*innen die Verantwortung in der Politik und noch mehr würden sich wünschen, dass der Klima- und Umweltschutz in Zukunft eine höhere Priorität erlangt. Die Kleinwasserkraft kann dabei eine wichtige Rolle spielen und wird genau das auch müssen. Möglich ist das aber nur, wenn Planungssicherheit gegeben ist und überbordende Auflagen, die wissenschaftlichen Überprüfungen oft nicht standhalten, abgeschafft werden. Dadurch könnte sie ihre Rolle bei der Dekarbonisierung unseres Energiesystems optimal erfüllen und ihren Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel ausbauen.


